Judith Baubérot ist eine französische Dirigentin und Geigerin, die sich dafür einsetzt, klassische und zeitgenössische Musik zugänglicher zu machen. Ihr besonderes Interesse gilt innovativen Konzertformaten und der Entwicklung eigener künstlerischer Projekte.

Nach ihrem Dirigierstudium, das sie 2023 abschloss, erhielt Judith Baubérot den Preis des Orchestre de Chambre de Genève. Seitdem arbeitet sie regelmäßig mit diesem Ensemble zusammen und hat zahlreiche Orchester in ganz Europa dirigiert, darunter das Orchestre National des Pays de Savoie, die Magdeburgische Philharmonie, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt, das Philharmonische Orchester Ermland-Masuren sowie das Kecskeméti Szimfonikus Zenekar.

Tief engagiert in der Förderung von Komponistinnen und dem Repertoire des 20. Jahrhunderts, hat Judith die Berliner Erstaufführung von Elsa Barraines Zweiter Symphonie mit dem BSOF im Juni 2026 programmiert. Als Geigerin war sie zudem an der Entwicklung von Musiktheaterwerken von Komponistinnen wie Ludmilla Mercier und Hortense Airault beteiligt. Außerdem dirigiert sie Le Cheval d’Ébène bei den Athénéennes: ein musikalisches Märchen von Keyvan Chemirani, das die westliche Orchestertradition mit persischer Volksmusik verbindet. Aus dem Wunsch heraus, neue Konzertformate und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu erforschen, gründete sie L’Étrange Ensemble, ein Kollektiv für multidisziplinäre Projekte, das zeitgenössische, klassische und populäre Musik, Theater, Poesie und szenische Arbeit miteinander verbindet.

Judith Baubérot studierte Dirigieren an der Haute École de Musique de Genève bei Laurent Gay und nahm 2025 an der Universität der Künste Berlin am Advanced Professional Training for Conductors bei Harry Curtis teil. Darüber hinaus profitierte sie vom Unterricht renommierter Pädagogen wie Nicolas Pasquet, Johannes Schlaefli, Jorma Panula, Peter Eötvös und Michael Schønwandt.

Zwischen 2023 und 2025 war sie Assistentin in der Orchesterabteilung sowie in der Dirigierklasse der HEM, wo sie außerdem ein Wahlfach in Dirigieren unterrichtete. In dieser Zeit war sie Künstlerische und Musikalische Leiterin des Orchesters der Universität Genf. Im August 2023 verbrachte sie einen Monat in Brasilien im Rahmen des sozialen Projekts NEOJIBA, wo sie Jugendorchester dirigierte und Violinunterricht gab – ein Ausdruck ihres starken Engagements für Musikvermittlung und kulturelle Bildung.

Mit großer Leidenschaft für die Oper arbeitete Judith als Assistentin bei mehreren Produktionen des Orchestre de Chambre de Genève mit, darunter Roméo et Juliette von Gounod (2023) und Werther von Massenet (2025). Außerdem dirigierte sie Hänsel und Gretel von Humperdinck in einer Produktion der Haute École de Musique de Genève im April 2025.

Neben ihrer Tätigkeit als Dirigentin ist Judith Gründungsmitglied des Quatuor MOMO, eines Streichquartetts, das sich der zeitgenössischen Kreation und interdisziplinären Projekten widmet. Das Ensemble wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem dritten Preis beim Orpheus-Wettbewerb 2024 und dem ersten Preis bei Osez 2025, und entwickelt eigene Programme, die klassisches und modernes Repertoire, zeitgenössische Musik, Improvisation und szenische Elemente miteinander verbinden.